#136 Du weißt doch, wie es besser geht, warum klappt es trotzdem nicht?
Shownotes
Du hast Bücher gelesen, Podcasts gehört und weißt längst, dass du dein Kind verstehen, ruhig bleiben und bindungsorientiert reagieren möchtest. Und trotzdem gibt es diese Situationen, in denen ihr immer wieder am selben Punkt landet.
Vielleicht liegt das daran, dass wir in Elternschaft häufig an der falschen Stelle nach Veränderung suchen.
In dieser ersten Folge nach meiner Podcastpause geht es darum, warum mehr Wissen und die nächste Erziehungsstrategie manchmal nicht weiterhelfen und was sich verändert, wenn wir aufhören, nur auf das Verhalten unseres Kindes zu schauen und stattdessen neugierig werden auf das, was zwischen uns passiert.
Der Beginn eines neuen Sichtwechsels: weg von schnellen Lösungen, hin zu Mustern, Dynamiken und echtem Handlungsspielraum.
Transkript anzeigen
00:00:00: Willkommen bei einer neuen Folge vom Sichtwechsel-Podcast, dem Podcast für Eltern die nicht nur den nächsten Erziehungstipp suchen sondern verstehen wollen was wirklich zwischen ihnen und ihrem Kind passiert.
00:00:12: Und lernen möchten verantwortungsübernehmen ohne hart zu werden!
00:00:16: Ich bin Katharina, systemische Beraterin, Pädagogin, Ausbilderin, Mama von drei Kindern und Gründerin von Sichtwechsel.
00:00:24: Es ist eine ganze Weile her das hier eine neue Folge erschienen ist ziemlich genau neun, acht, neun Monate und ich möchte mit dir hier einsteigen in die neue Staffel vom Sichtwechsel Podcast.
00:00:41: Mit mehr Tiefe was deine Themen angeht.
00:00:45: Ich erzähl dir gleich auch einmal, wie es dazu kam und was dazu geführt hat.
00:00:50: Was sich hier verändert im Podcast?
00:00:52: Wenn du mir auf Instagram folgst dann weißt du schon dass ich einiges verändert habe.
00:00:56: wenn du aber da nicht unterwegs bist Dann wirst du's hier im Podcast nochmal erfahren.
00:01:01: Und ich möchte mit dir starten Mit einer kleinen vierteiligen Podcast Serie die jetzt immer Sonntags rauskommen wird Also diesen Sonntag und den nächsten drei Sonntage.
00:01:15: Wir möchten uns anschauen, warum wir immer wieder am selben Punkt landen in Konflikten mit unserem Kind oder auch mit anderen Menschen aus unserer Familie leben.
00:01:27: Und in dieser ersten Folge möchte ich deshalb mit dir darüber sprechen, warum weh in Elternschaft so oft an der falschen Stelle nach Veränderung suchen.
00:01:35: Warum das?
00:01:36: was wir als Problem wahrnehmen, manchmal einfach nur die sichtbare Oberfläche ist und was sich verändert wenn wir anfangen nicht nur auf das Verhalten unseres Kindes auf dieser Oberflächen zu sehen sondern darunter zu schauen und zu schauen was zwischen uns passiert.
00:01:56: Im letzten Jahr im Dezember habe ich die letzte Podcastfolge aufgenommen und dachte ich mache so eine kurze Winterpause und habe dann gemerkt dass mich etwas blockiert weiter zu machen.
00:02:09: Ich habe hin und her überlegt, wie ich jetzt wieder anfange wo wir wieder ansetzen.
00:02:14: Und ich hab einfach in den letzten ja neun Monaten aber auch schon davor in den vorherigen ein anderthalb Jahren einen großen Prozess mitgemacht.
00:02:25: Ein Prozess der meine Arbeit etwas vertieft, verschärft hat und verändert hat auch einfach.
00:02:34: Denn als ich hier angefangen bin vor jetzt schon über fünf Jahre gibt es Sichtwechsel und als ich angefangen habe, habe hier als Sprachrohr für Kinder angefangen.
00:02:48: Ich kam aus meiner Arbeit als Erzieherin und hab gemerkt dass Kinder einfach oft missverstanden werden das ihr Verhalten bewertet wird, dass Ihr Verhalten oftmals als negativ dargestellt wird und ich bin gestartet mit der Idee von Ich möchte das Sprachrohr für Kinder sein.
00:03:07: Ich möchte den Sichtwechsel schaffen, dass Kinder anders wahrgenommen werden und ich bin unglaublich stolz und dankbar Teil dieser Bewegung geworden zu sein und das unter anderem auf Instagram so mit vorangetrieben zu haben.
00:03:26: Du weißt, dass Sichtwechsel einer der reichweiten stärksten Kanäle ist im deutschen Raum wo es um bindungsorientierte Erziehung geht.
00:03:36: und wir sind mit unseren Programmen so erfolgreich gewesen mit unseren Kursen Und in den letzten zwei Jahren habe ich einfach ein Wandel festgestellt.
00:03:47: Also, wo ich vor fünf Jahren noch darüber diskutieren musste warum Strafen nicht gehen was überhaupt eine Strafe ist und wirklich in Kommentaren Argumente gebracht habe gegen Menschen.
00:03:58: Wo ich dachte das kann doch nicht wahr sein dass das noch nicht angekommen ist.
00:04:02: Ist es jetzt heute selbstverständlich geworden?
00:04:05: Bindungsorientierte Erziehung hat einen ganz anderen Stellenwert in unserer Gesellschaft bekommen.
00:04:11: Kinder werden anders gesehen und es ist so großartig Und gleichzeitig hab ich gesehen, dass sich etwas verändert.
00:04:20: Also Eltern kamen nicht mehr mit Fragen wie was kann ich noch machen?
00:04:25: Weil sie eigentlich ganz viel schon gemacht haben!
00:04:28: Du kennst auch diese Posts von ... Und ganz viele Eltern hatten eben dieses Wissen schon.
00:04:37: Sie haben Bücher gelesen und Podcast gehört Folgten bindungsorientierten Accounts, erkannten die Bedürfnisse, kannten Korrigulationen.
00:04:47: Sie wissen dass sie ihre Kinder nicht bestrafen wollen.
00:04:49: Sie wissen eigentlich auch ganz oft wie sie eigentlich gerne reagieren möchten.
00:04:54: also ich muss Eltern nicht mehr erklären warum Strafen nicht in Ordnung sind.
00:04:59: Ich muss keine Alternativen zu Strafen mehr aufzeigen.
00:05:04: das wissen ganz viele Eltern.
00:05:06: vor mir sitzen seit zwei Jahren eigentlich eher Eltern die sagen Ich weiß das alles, aber ich schaffe es halt trotzdem nicht.
00:05:14: Oder ich weiß doch dass sich ruhig bleiben sollte, aber in der Situation geht es eigentlich nicht.
00:05:20: oder eben ich verstehe warum mein Kind so reagiert, aber trotzdem eskaliert ist bei uns jeden Tag.
00:05:26: und genau dieser Punkt hat mich in den vergangenen Jahren einfach immer stärker beschäftigt denn das fehlende Wissen ist nicht das Problem dann kann die Antwort auch nicht mehr wissen sein.
00:05:40: Plus.
00:05:40: heutzutage glaube ich, dass Eltern einfach so sehr an ganz viele Wissensquellen kommen.
00:05:46: Auch Handlungsstrategien können sie sich immer mehr mit KI beispielsweise erarbeiten und deswegen müssen wir anfangen anders hinzuschauen und darum soll es in diesem Podcast einfach künftig noch stärker gehen!
00:06:03: Ich möchte den Fokus nicht mehr so sehr darauf legen was dein Kind braucht sondern Was zwischen euch passiert?
00:06:12: Welche Dynamik entsteht da immer wieder.
00:06:15: Was machst du, was macht dein Kind darauf hin?
00:06:18: Was löst es in dir aus?
00:06:20: Was passiert als Nächstes?
00:06:22: Was ist vielleicht auch nicht nur eine Dynamik sondern auch ein Muster das Du schon Dein Leben lang mit Dir herumträgst.
00:06:31: Denn manchmal ist das Problem – mit dem wir uns an der Oberfläche beschäftigen – eben gar nicht das eigentliche Problem.
00:06:39: Wenn Eltern zu mir in Beratung kommen, dann bringen sie normalerweise ein Problem mit wie zum Beispiel mein Kind akzeptiert kein Nein oder mein Kind rastet morgens immer wieder aus.
00:06:49: Mein Sohn hört überhaupt nicht mehr bei Geschwistern ganz oft meine Kinder streiten den ganzen Tag Oder mein Kind diskutiert über alles und das sind alle so reale Probleme.
00:07:00: wenn du jeden morgen fünf vierzig Minuten Streit hast Dann ist das super anstrengend.
00:07:05: Wenn dein Kind bei jeder Grenze drüber geht, dann kostet es einfach super viel Kraft und auch Geschwisterstreit ist unfassbar belastend für die ganze Familie.
00:07:16: Aber systemisch zu schauen bedeutet eben dass wir bei dieser Beschreibung nicht stehen bleiben.
00:07:23: Und das ist das, was ich schon immer in Beratungen mache.
00:07:26: Was auch in meinen Kursen zu einem kleinen Teil weitergegeben habe aber dass wo sich mein Fokus jetzt noch stärker drauf liegen soll weil ich merke Eltern brauchen mehr als diesen Blick auf das Kind.
00:07:41: und wenn wir uns diesen Satz anschauen Wenn Eltern zum Beispiel zu mir kommen und sagen mein Kind akzeptiert keine Grenze, dann ist es erstmal nur eine Beschreibung wie ein Elternteil die Situation erlebt.
00:07:55: Es erzählt uns aber noch nicht was dort tatsächlich passiert und das ist einfach so einen riesigen Unterschied den ich in Beratung natürlich ganz klar beleuchten kann.
00:08:06: Ich gebe dir mal ein Beispiel mit.
00:08:09: Stell dir mal vor und vielleicht kennst du diese Situation ja bei dir zu Hause.
00:08:13: auch Du sagst deinem Sohn heute gibt's keine weitere Folge mehr Und dein Kind fragt, warum nicht?
00:08:21: Du erklärst, naja du hast ja heute schon zwei Folgen geschaut und wir haben ja vereinbart.
00:08:27: Und dein kind argumentiert aber gestern durfte ich auch drei oder vorgestern war das ja auch in Ordnung oder als es geregnet hat oder oder.
00:08:35: Und du erklärest nochmal genauer und versuchst dass dein Kind es genau versteht.
00:08:41: Aber dein Kind widerspricht dir Und du nennst wieder weitere Gründe und dann wird es lauter, und du merkst dass du innerlich unter Druck kommst.
00:08:50: Also versuchst du besonders ruhig und bindungsorientiert zu bleiben.
00:08:55: Du erklärst also noch mal und weiter und dein Disk- so diskutiert weiter und irgendwann wirst du wütend und sagst so jetzt reicht's.
00:09:03: aber ich hab nein gesagt.
00:09:04: wenn du jetzt nicht direkt ausmachst dann gibt es morgen gar keine Folge mehr!
00:09:09: Und hinterher denkst du mein Sohn akzeptiert einfach keine Grenzen.
00:09:15: Vielleicht ist das so, vielleicht gibt es aber auch noch eine andere Perspektive.
00:09:20: Vielleicht hat sich zwischen dir und deinem Kind einfach auch schon eine Dynamik entwickelt.
00:09:27: also vielleicht ist dieses Verhalten gar nicht nur beim Medienkonsum so sondern auch in anderen Situationen.
00:09:35: Du setzt eine Grenze Dein Kind widerspricht.
00:09:39: Du interpretierst den Widerspruch als Zeichen dafür, dass die Grenze noch nicht ausreichend verstanden oder akzeptiert wurde.
00:09:49: Also erklärst du nochmal.
00:09:52: Dein Kind erlebt diese Erklärung vielleicht als Einladung für Verhandlung oder als die Einladung zu argumentieren, zu diskutieren.
00:10:02: Also argumentiert dein Kind auch und du erlebst das Argumentieren wiederum als Zeichen dafür dass du noch klarer sein musst.
00:10:09: also erklärst du noch ausführlicher Und irgendwann versucht ihr beide euch gegenseitig davon zu überzeugen wie recht hat.
00:10:18: Dann ist das Problem hier eben plötzlich nicht mehr.
00:10:21: nur mein kind akzeptiert keine Grenze Sondern wir können uns anschauen Welche Dynamik entsteht zwischen euch, sobald eine Grenze auftaucht?
00:10:31: Das ist eine völlig andere Frage.
00:10:35: Und früher bin ich an diese Dinge rangegangen mit dem Blick auf das Kind.
00:10:41: also warum fällt es deinem Kind zu schwer die Medienzeit zu beenden?
00:10:46: und habe da versucht den Blick, den Sichtwechsel hinzubekommen dass Eltern verstehen was hinter dem Verhalten des Kindes steht.
00:10:55: Es ging also darum, hey, pass mal auf.
00:10:57: Dein Kind ist nicht gegen dich!
00:10:59: Es will nichts Blödes oder Böses.
00:11:02: Es provoziert dich nicht absichtlich.
00:11:05: Es hat einen guten Grund warum es gerade die Medienzeit nicht beenden kann.
00:11:09: und aus diesen Erklärungen entsprangen die Frage bei Eltern okay aber wie kann ich denn jetzt trotzdem mit meinem Kind so umgehen dass die Medien Zeit beendet wird?
00:11:20: Und daraus entstanden Ich nenne sie gerne lineare Lösungen.
00:11:25: Also dein Kind macht A, also mach doch mal B!
00:11:29: Dein Kind hört nicht, also braucht es eine Methode damit das besser hört.
00:11:33: Dein kind rastet aus, also brauchte es eine Strategie gegen die Wut.
00:11:37: Deinen Kind diskutiert, also musst du lernen klar Grenzen zu setzen und das ist auch verständlich.
00:11:45: unser Gehirn liebt solche einfachen Zusammenhänge.
00:11:48: Instagram-Posts lieben solche einfachen Zusammenhänge, der Algorithmus liebt solche einfacheren Zusammenhängen.
00:11:55: Aber Familien funktionieren eben nicht linear, Beziehungen funktionieren nicht linear.
00:12:00: Familien sind Systeme und Menschen reagieren eben aufeinander Und diese Reaktion des einen verändert die Reaktionen des anderen.
00:12:09: Das heißt Nicht nur dein Kind beeinflusst dich Du beeinflust dein Kind dein Kind reagiert auf dich, du reagierst auf die Reaktion.
00:12:20: Und irgendwann wissen wir gar nicht mehr wo das Ganze eigentlich angefangen hat.
00:12:23: ist so ein bisschen dieses Henne und Ei-Ding?
00:12:25: was war zuerst da?
00:12:26: Das Huhn oder das Ei?
00:12:32: Im Familienalltag ist es irgendwann zwischen zwei Menschen so dass sie sehr überzeugt davon sind dass der jeweils andere angefangen hatte.
00:12:42: vielleicht kennst du das auch.
00:12:44: Also ich werde einfach nur laut, weil mein Kind mich halt vorher zehnmal ignoriert hat.
00:12:49: Das Kind könnte allerdings sagen – Ich ignoriere dich!
00:12:52: Weil du sowieso immer sofort so schnell laut wirst und beides kann auch tatsächlich gleichzeitig wahr sein Und genau das macht das systemische Denken so spannend.
00:13:03: Das ist das wo es bei mir kribbelt wenn ich das höre, weil ich das so lieber diesen Blick zu haben.
00:13:10: Wir müssen also nicht herausfinden Wer hat angefangen, wer macht es falsch?
00:13:14: Wer ist schuld sondern wir fragen was hält diese Dynamik überhaupt gerade aufrecht?
00:13:21: und das klingt vielleicht erst mal sogar anstrengender.
00:13:24: Und ich möchte sagen dass sich mit Sicherheit auch den Weg gegangen bin und lange bei meinen linearen Ideen und Tipps geblieben sind zumindest nach außen.
00:13:34: Wer meine Kurse kennt weiß dass wir in unseren Kursen auch da immer wieder ansetzen uns solche Dinge anschauen Und wer in Beratung bei mir war, kennt es sowieso.
00:13:44: Aber nach außen ist es zumindest so, dass es natürlich einfacher ist zu sagen hey dein Kind macht aus Grund X das sagt deswegen jetzt Satz Y und dann wird es besser.
00:13:56: Das ist ja hervorragend und es klingt so einfach aber in Familien funktioniert es einfach nicht so.
00:14:06: Und gleichzeitig steckt darin, wo wir jetzt vielleicht denken es ist ein bisschen anstrengender etwas sehr Entlastendes.
00:14:13: Denn wenn wir das Problem nicht als Eigenschaft des Kindes betrachten und auch nicht als unsere Eigenschaft bedeutet das dein Kind und auch Nicht-du müssen erst anders werden damit sich etwas verändern kann.
00:14:28: Nehmen wir nochmal die Situation mit dem Nein.
00:14:31: Wenn die Lösung lautet Mein Sohn muss lernen, meine Grenze zu akzeptieren.
00:14:37: Dann liegt die Veränderung ja zu einem großen Teil bei deinem Kind!
00:14:43: Dann muss dein Kind etwas verstehen.
00:14:45: Dein Kind muss etwas lernen.
00:14:48: Deinen Kind muss anders reagieren.
00:14:51: Haben wir auch ganz oft bei Wutthemen.
00:14:53: Mein Kind soll mit seiner Wut anders umgehen.
00:14:57: Okay dann muss dein kind aber etwas machen.
00:15:00: Deint Kind muss was leisten.
00:15:02: Wenn wir aber die Dynamik anschauen, dann können wir plötzlich etwas ganz anderes fragen.
00:15:07: Also wenn wir die Dynamika sehen von diese Grenze wird immer wieder diskutiert und du sagst was dein Kind widerspricht?
00:15:15: Du argumentierst mehr!
00:15:16: Dein Kind argumentiert dagegen und irgendwann knallt es.
00:15:19: Und wir uns diese Dynamik anschauen Dann können wir uns plötzlich fragen Was tue ich eigentlich?
00:15:25: jedes mal wenn meine Grenze in Frage gestellt wird oder an welchem Punkt habe ich das Gefühl, dass meine Grenzenfrage gestellt wird.
00:15:35: Und genau da entsteht dein Handlungsspielraum – nicht Kontrolle sondern Handlungspielraum!
00:15:44: Das ist ein wichtiger Unterschied und da wo du dich plötzlich handlungsfähig fühlst hast du Möglichkeiten etwas zu verändern Und du fühlst dich nicht mehr so hilflos und alleine in der Situation.
00:16:02: Ich habe es gerade schon gesagt, das gilt nicht nur für Grenzen – das kann auch bei Wut sein!
00:16:06: Vielleicht ist es bei euch das Losgehen morgens?
00:16:08: Du merkst, ihr müsst in zwanzig Minuten los, dein Kind sitzt noch da und spielst.
00:16:14: Du erinnerst dein Kind… Es kommt keine Reaktion... Du erinnerst noch einmal ….
00:16:18: Es kommt kein Reaktions….
00:16:20: Du wirst ein bisschen dringlicher ... Dein Kind wird langsamer.
00:16:24: Du übernimmst immer mehr Sachen, du machst drumherum immer mehr.
00:16:28: Dann sagst du komm jetzt deine Schuhe Jacke hast du deinen Rucksack.
00:16:31: Komm jetzt mal bitte.
00:16:33: dein Kind wird immer passiver und irgendwann lautet eine Schlussfolgerung Wenn ich nicht alles mache passiert hier gar nichts.
00:16:41: etwas was Ich zu gut von meinem ersten kind kannte.
00:16:44: ich weiß noch dass sich irgendwann Zu einer erzieherin sagte als wir Mal wieder zu spät dran waren Was ich gesagt habe, ich kann auch um vier Uhr morgens aufstehen.
00:16:53: Wir kommen trotzdem zu spät weil hier ein Kreislauf entsteht.
00:17:02: also du hast das Gefühl dass du alles machen musst sonst passiert gar nichts.
00:17:09: Das führt wiederum dazu dass du beim nächsten mal noch früher den ganzen Krempel übernimmst dein Kind noch weniger Verantwortung übernimmt und das ist ein ewiger Kreislauf.
00:17:20: Oder zum Beispiel bei Geschwisterstreit.
00:17:22: Deine Kinder streiten, du greifst ein, willst fair vermitteln, hörst dir beide Seiten an, entscheidest und beim nächsten Streit rufen die Kinder sofort Mama!
00:17:33: Und du denkst Boah können sie das nicht mal alleine lösen?
00:17:36: Können Sie vielleicht?
00:17:38: Vielleicht haben sie aber auch gelernt – und nicht nur nach einem Mal sondern nach mehreren Malen – Konflikte werden über Mama oder Papa reguliert Und das ist keine Schuldzuweisung.
00:17:50: Das ist eine Beobachtung und solche Beobuchtungen schauen wir uns eben interessiert an, ohne zu sagen wer es schuld, wer macht etwas falsch, wer hat etwas richtig?
00:18:02: Sondern aus Neugier!
00:18:04: Ich habe das heute ganz oft wenn mir jemand auf Instagram oder per Mail oder auch im Bindungskurs wird mir jemand schreibt was soll ich machen wenn mein Kind xy macht?
00:18:13: dann merke ich immer häufiger dass ich Tausend Ideen hätte, aber ich möchte nicht sofort antworten.
00:18:23: Weil ich immer mehr merke dass sich mehr wissen möchte.
00:18:27: Also Ich möchte nicht einfach nur sagen ja dann muss dein Kind das und es machen Sondern wann passiert ist?
00:18:34: Wann passiert es nicht?
00:18:35: was ist unmittelbar davor passiert?
00:18:37: wie reagierst du?
00:18:38: Was macht ein kind daraufhin?
00:18:39: was macht das in dem moment mit dir?
00:18:43: Und so weiter und so weiter.
00:18:45: Und da sind wir ja nur zwischen diesen beiden Personen.
00:18:47: Es gibt auch noch die Frage, wie reagiert dein Partner?
00:18:50: Deine Partnerin was machen die anderen Kinder und so weiter.
00:18:55: Auch das ist etwas, was mich dann oftmals dahingetrieben hat linear zu denken damit ich schnelle Hilfen geben kann.
00:19:05: Da sehen wir einfach dass das Familien nicht weiter hilft.
00:19:08: Das sehen wir an den ganzen Eltern die sagen Ja, die ganzen Tipps und Tricks und die ganzen Posts und Bücher.
00:19:16: Und was weiß ich schön und gut?
00:19:18: Aber so richtig kann ich es dann nicht
00:19:21: umsetzen.".
00:19:23: Und ja diese ganzen Dinge sich das anzuschauen und diesen Weg zu gehen ist kein Umweg!
00:19:32: Das ist die eigentliche Arbeit.
00:19:35: wenn wir erst dadurch anfangen zu verstehen was wirklich passiert Und diese Abkürzung von dein Kind macht A, daraufhin solltest du einfach B machen damit du C erreichst.
00:19:46: Ist eine kurzfristige Lösung ist ein kurzes Pflaster da drauf?
00:19:49: vielleicht hilft es auch in dem Moment aber grundsätzlich wirst Du an diesem Problem immer wieder arbeiten oder dieses Problem wird sich irgendwo anders zeigen Denn Probleme die wir nicht von Grund auf uns anschauen und von Grund Auf lösen werden sich einfach nur verschieben.
00:20:08: Stell dir mal vor, du hast die Schwierigkeit mit deinem Partner.
00:20:12: Dass er immer wieder seine Schuhe im Flur stehen lässt und du gehst mit diesem Problem los und jemand sagt den naja dann sag doch einfach xy zu ihm und du sagst x y zu ihm.
00:20:26: Das wird aber das Problem darunter nicht verändern was sein könnte.
00:20:31: mein Partner lässt seinen Krämpel grundsätzlich überall liegen Und ich habe das Gefühl Ich muss die Sachen fehlen wegräumen.
00:20:37: oder Ich habe das Gefühl, ich bin grundsätzlich verantwortlich für den Haushalt.
00:20:43: Für Mental-Load, für Ordnung im Haus, für Kehrarbeit – was auch immer.
00:20:50: und da wirst du an dieser eine Situation nicht drehen um das Ganze aufzulösen.
00:20:55: In der Erziehung mit Kindern haben wir das Gefühl dass es dann funktioniert merken aber ganz schnell, dass es das eben nicht tut.
00:21:04: Und vielleicht hast du auch gerade eine Situation mit deinem Kind, die dich beschäftigt.
00:21:08: Dann nimm nicht sofort diese Frage von was soll ich tun?
00:21:12: Sondern beobachte mal erstmal die Situation wie so ein kleines Film!
00:21:15: Also was passiert da eigentlich vorher?
00:21:18: Was mache ich in dem Moment?
00:21:19: Was macht mein Kind im Moment?
00:21:26: dann versuche man in diesem moment auch nichts zu bewerten.
00:21:29: Also nicht, dass wir falsch oder ich hätte ruhiger sein müssen oder mein kind hatte mal direkt hören müssen oder sowas sondern einfach nur mal so gucken was zwischen euch passiert.
00:21:37: und diese frage verändert manchmal schon unglaublich viel und nimmt dir vor allem diesen druck direkt eine lösung finden zu wollen.
00:21:46: weil das kann auch teil so einer dynamik sein.
00:21:50: Und ich weiß dass bei ganz vielen eltern Dann die Frage kommt, wenn wir eben so auf Familien schauen und so eine Dynamik anschauen.
00:21:59: Ja gut heißt es dann ich bin schuld weil ich mich immer wieder auf die Diskussion einlasse beispielsweise mit meinem Kind oder weil ich meine Grenze nicht früh genug setze oder oder oder Nein Du bist nicht schuld dein kind ist nicht schult Es geht nicht um Schuldzuweisung.
00:22:19: Es gibt einen großen Unterschied zwischen Schuld und Verantwortung.
00:22:24: Und diesen Unterschied möchte ich mir mit dir in der nächsten Woche gerne anschauen, denn dein Anteil anzuschauen bedeutet eben nicht, dir die Schuld zu geben!
00:22:34: Ganz im Gegenteil es kann dir etwas zurückgeben das dem Gefühl von Ohnmacht häufig verloren geht nämlich deinen Einfluss.
00:22:43: Ich hoffe, dass dir diese erste Folge gefallen hat.
00:22:46: Lasst gerne mal einen Kommentar da oder schreib mir auch gerne eine E-Mail an.
00:22:51: infoatsichtwechsel minus atziehung.de.
00:22:55: ich bin ganz gespannt...ich weiß das ganz viele von euch den Podcast vermisst haben!
00:23:00: Ich habe viele Mails bekommen und viele Anfragen wann der Podcast wieder da ist und deswegen würde mich natürlich umso mehr freuen wenn ich dein Feedback zu dieser Podcastfolge bekomme.
00:23:10: Und wie gesagt Nächste Woche gucken wir uns dann mal an, was der Unterschied zwischen Verantwortung und Schuld ist in unserer anfänglichen Podcast-Serie von vier Folgen.
00:23:22: Warum wir immer wieder am selben Punkt landen in den Konflikten mit unseren Kindern?
00:23:28: In Konfligten in unserer Familie!
00:23:31: Ich freue mich total, dass du dir diese Folge angehört hast und wieder mit am Start bist beim Sichtwechsel-Podcast.
00:23:37: Ich habe richtig viele Ideen, ich hab' richtig Bock hier durchzustarten mit dir!
00:23:42: Und dann freue ich mich wenn wir uns in der nächsten Woche wieder hören.
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